Für Ärzte

Häufigste Ursachen eines chronischen Nierenversagens sind Diabetes und Hypertonie. Besonders auffällig ist die stetige Zunahme der diabetischen Nephropathie, deshalb sollten Früherkennung und optimale Therapie des Diabetes mellitus die wichtigsten Behandlungsziele sein. Wird in der Praxis eine Proteinurie bzw. eine Verminderung der glomerulären Filtrationsrate festgestellt, so gilt es die Progression der Niereninsuffizienz zu hemmen. Neben einer konsequenten Blutdrucksenkung (unter 130/80mmHg) ist die Reduktion der Proteinurie durch Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron Systems (ACE-Hemmer oder AT1-Blocker) das vordringliche Ziel. Nikotinverzicht ist ebenso wichtig wie das Vermeiden nicht steroidaler Antiphlogistika und jodhaltiger Röntgenkontrastmittel. Die Empfehlung, Nierenkranke sollten viel trinken, ist weit verbreitet, aber falsch. Die Flüssigkeitsmenge kann dem Durstempfinden des Patienten angepasst werden. Die Eiweißzufuhr mit der Nahrung sollte, wenn überhaupt, nur moderat eingeschränkt werden. Bereits im Stadium 3 und 4 der chronischen Nierenerkrankung manifestiert sich die renale Anämie, die ein unabhängiger Risikofaktor für die linksventrikuläre Hypertrophie und kardiovaskuläre Mortalität ist. Unter der Erythropoetintherapie sollte ein Hb-Wert von 10,5 – 12 g/dl angestrebt werden, höhere Hämoglo binwerte bieten keine Vorteile. In der CREATE-Studie zeigten sich signifikant mehr kardiovaskuläre Ereignisse in der Patientengruppe mit höheren Hämoglobinzielwerten.

Der sekundäre Hyperparathyreoidismus bedarf bereits ab Stadium, CKD 3 einer Diagnostik (Serum-Kalzium, -phosphat und intaktes Parathormon) und Therapie durch den Hausarzt. Bei erhöhten Phosphatwerten müssen neben einer phosphatarmen Diät Phosphatbinder (Kalziumcarbonat, Sevelamer, Lanthan-carbonat) und aktive Vitamin D Meta-bolite (Alfacalcidol und Calcitriol) verordnet werden. Im Stadium CKD4 (GFR unter 30ml/min/1,73qm) sollte der Patient und die Angehörigen auf ein geeignetes Nierenersatzverfahren (Hämodialyse, Peritonealdialyse, Nieren-transplantation) vorbereitet werden. Bei Entscheidung für die Hämodialyse ist eine frühzeitige Vorstellung beim Gefäßchirurgen zur Anlage einer arteriovenösen Fistel („Shunt“) anzuraten.